Nordroute – Hamm 16.08.

Wie schön dass es doch noch geklappt hat. Bis zum Start von der Tour hatten wir in Hamm kein Glück und bis kurz vor Hamm wussten wir immer noch nichts.

Wie aus dem nichts tauchten dann Menschen von der FUGE (Forum für Umweltschutz und gerechter Entwicklung) auf, die in Windeseile einige interessante Besuchspunkte und Vorträge organisierten. Unser erster Stopp war ein Wasserkraftwerk, dass mit dem Wasser der Lippe Strom für 800 Haushalte produziert. Dieses Kraftwerk gibt es seit den 1930er Jahren und wurde dann nach langer Unterbrechung 2005 von einem Privatinvestor mit neuster Technik ausgestattet. Die Sicherheit der Fische ermöglicht eine Fischtreppe, die den Fischen den Weg zu ihren Laichplätzen und zurück ermöglicht.

Zum Abendessen trafen wir uns im Eine-Welt-Laden der von dem FUGE betrieben wird. Lecker und reichlich gestärkt trafen wir uns dann im Hinterhof mit Menschen zu drei verschiedenen Themen.

In der Nähe von Hamm stehen 2 von RWE betriebene Steinkohlekraftwerke. Eines davon spuckt lange Jahre in Stockum das CO2 in die Luft und das andere wird in Uentrup gerade gebaut. Dort soll die Steinkohle per Schiff hingelagen. Dieses Kraftwerk ist eine Fehlplanung dessen Baukosten sich anfangs auf 2 Mrd Euro beziffern sollte. Schnell wurde klar dass es rund 400 Millionen Euro mehr kosten wird. Diese Zeche zahlen die 23 Stadtwerke die sich RWE mit ins Boot geholt hat. Das Kühlwasser des alten Kraftwerkes erhitzt die Lippe mit dem rückgeführten Kühlwasser auf ungefähr 24 °C. Desweiteren steht in Hamm der seit 1997 stillgelegte THTR 300 eine Atomkraft-Anlage mit seltener Technik.In den 70er begann der Bau. 1986 gab es den ersten Probelauf, der direkt in einer Störung endete. Es gab stark radioaktiven Austritt. Von den Betreibern wurde behauptet das es sich um Strahlung aus Tschernobyl handelte, was sich aber schnell als falsch rausstellte. Auch im stillgelegten Zustand kostet dieser Reaktor jedes Jahr 4 Millionen Euro um für Sicherheit zu sorgen. Zur Zeit wird in China ein weiterer THTR 300 gebaut. Gegen den THTR gab es in den vergangenen Jahrzehnten massiven Widerstand. Von Bauplatzbesetzungen bis zu Blockaden und Demonstrationen.
Ebenfalls stellte sich die BiGG – Bürgerinitiative gegen Gasbohren vor die sich 2011 gründeten um sich gegen Fracking in Hamm zur Wehr setzen.

Für weitere Informationen:
http://www.reaktorpleite.de
http://www.gegen-gasbohren.de/initiativen/bigg-hamm/
http://www.fuge-hamm.de/

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>