Dortmund am 17.8 (Nordroute)

Liebes Tourtagebuch,

heute machen wir Station in Dortmund. Die Sonnen begleiteten uns durch den Tag, die am Himmel, die gegen Atom auf den Flaggen und die für die Energiekämpfe in unseren Herzen.

Mit jedem Pedal tritt dringen wir tiefer ein ins Kohle-Land. Unser Weg führte uns vorbei an Steinkohlekraftwerken, an Häusern mit Bergschäden und durch Landschaften, die durch den Kohleabbau abgesenkt sind. Mit jedem Pedal tritt dringt die Erkenntnis tiefer in uns ein, dass das Fossile Zeitalter der totale Wahnsinn ist. Mit jeder Radumdrehung wollen wir seinem Ende näher kommen….

Auf dem Rathausplatz in Dortmund wurden wir in Empfang genommen von zahlreichen Initiativen. Menschen von der Initiative gegen das Kohlekraftwerk in Datteln berichteten. Dieser Neubau steht kurz vor der Inbetriebnahme, ist aber ein Schwarzbau. Die Legalisierung im Nachhinein muss verhindert werden. www.kontra-kohle-kraftwerk.de

Es folgten Berichte über die Tour und eine Veranschaulichung der enormen Ausmaße und Auswirkungen des Braunkohleabbaus im Rheinland. Der Konzern RWE produziert allein dort mit der Verstromung der Braunkohle Jährlich 84 mil Tonnen CO2. Damit ist er der Größte CO2 Produzent in Europa.

Die RWE ist extrem verflechtet mit der Politik vor allem in Nordrhein Westfalen. Viele Politiker_innen in entscheidenden Positionen, aber auch führende Polizist_innen, haben einen Posten bei RWE für den sie bezahlt werden. Was als legalisierte Bestechung bezeichnet werden kann. Der Filz wurde unteranderem von Greenpeace mit dem Schwarzbuch Kohle aufgedeckt. Jörg Bergstedt arbeitet gerade den Kohle Filz in ähnlicher Weise detailliert auf, wie den GEN Filz. Auf dem Klimacamp wird es davon eine erste Ton-Bilder-Show geben.

In Dortmund gehören 47 % der Dortmunder Energie und Wasserversorgung (DEW21) der RWE. Die RWE macht dabei nicht nur Gewinne mit der DEW21, sondern findet in ihr auch noch einen Abnehmer für ihren dreckigen Strom: „Da die DEW ihren Strom zu 80% von den RWE beziehen, sind 14% des DEW-Stroms Atomstrom. 64% stammen aus der besonders umweltschädigenden Braun- und Steinkohleproduktion. RWE nehmen Einfluss auf die Geschäftspolitik der DEW21 mit der Folge, dass
eine dezentrale Stromerzeugung in DEW-Regie vernachlässigt wird, …“ (http://www.dew-kommunal.de/?pg=wawiwo)

Das Dortmunder Bündnis DEW Kommunal wehrt sich dagegen und setzt sich für eine soziale und ökologische Energieversorgung ein.

Nach den Redebeiträgen ging es spontan zum RWE Tower. Dort eroberten wir uns mit Kreide, Musik, Tanz und lauter Stimme, die Straße und ein Stück Stadt zurück. Dies setzten wir mit einer Critical Mass zum Westpark fort, wo wir den Abend mit einem Mahl zum Ausklang brachten…fast, schließlich mussten noch die Tagbucheinträgegeschrieben werden.

Mit vollem Bauch, müden Äuglein wünscht euch eure Reclaim Power Tour eine gute Reise ins Traumland in dem wir die Kraft für unsere Kämpfe tanken – das ist postfossile Energie!

2 thoughts on “Dortmund am 17.8 (Nordroute)

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