Der Aufruf

RECLAIM POWER TOUR – ENERGIEKÄMPFE IN BEWEGUNG

(als pdf-Datei: Kurzversion und Langversion.)
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Im Sommer  2013 wird eine Karawane die verschiedenen Energiekämpfe in Deutschland besuchen, vernetzen und stärken. Aus dem Osten und aus dem Süden kommen die Menschen geradelt, ihr gemeinsames Ziel: das Klimacamp im Rheinland. Sie alle suchen noch Mitstreiter_innen!

Waldbesetzungen, Zugblockaden, neue Initiativen gegen Fracking und CCS oder die Proteste gegen Kohleimporte beim Hamburger Hafengeburtstag: Die Klimabewegung ist in Fahrt gekommen! Wir werden aber noch einen Gang zulegen: Mit zwei Fahrradkarawanen wollen wir Orte aktueller Energiekämpfe verbinden. Beide werden beim Klimacamp im Rheinland enden  (23.08.-02.09. 2013). Dort schließen sich das Reclaim the Fields Camp (28.08-06.09.2013) und viertägige Aktionstage an (28.08.-02.09.2013).

Der Erfolg der Tour hängt auch davon ab, dass sich Leute aus unterschiedlichen Hintergründen einbringen.

+++ Unsere Energiewende sieht anders aus +++

Für die Energiewende sind auf einmal alle. Egal ob RWE, Vattenfall, Bundesregierung oder FAZ. Auch wir sind für die Energiewende, aber für eine ganz andere!

Während die Stromriesen von einer endlosen Brücke aus Kohle und Atom träumen, um ihre Profite zu sichern, heißt eine Wende für uns: ein sofortiger Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft. Deshalb lehnen wir auch Technologien wie CCS und Fracking ab, welche die Lebensdauer des bisherigen Energieregimes verlängern sollen. Denn die Schäden, die daraus an Natur, Mensch und Klima entstehen, sind sowohl irreversibel als auch tödlich.

Während die großen Energieversorger von Desertec, großflächigen Solaranlagen und Off-Shore-Windparks träumen, um damit die Zentralisierung bei der Versorgung und die daran gebundene Macht zu erhalten, wollen wir eine dezentrale und basisdemokratisch kontrollierte Energieversorgung. Es kann nicht sein, dass die Industrie billigen Strom erhält, während Privatverbraucher_innen für teils verdeckte Subventionen an Atomkraft und Kohle zahlen müssen. Hundertausenden wird hierzulande jährlich der Strom abgeklemmt, obwohl scheinbar mehr als genug Strom für Kriegsgerät, singende Plastiktannenbäume und Leuchtreklame vorhanden ist.

Schon heute sind die Folgen des Klimawandels vor allem in Ländern des globalen Südens deutlich spürbar: Überschwemmungen, Dürren, Stürme – indirekt treibt unser westliches Lebensmodell Menschen in Verelendung und zur Flucht. Wir solidarisieren uns sowohl mit all jenen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden, als auch mit den überall auf der Welt geführten Kämpfen gegen die anhaltende Ausbeutung fossiler Rohstoffe. Es sind die gleichen globalen Akteure, die wir bekämpfen.

Um die katastrophalen Folgen des Klimawandels noch zu begrenzen, wird uns kein grüner Kapitalismus retten, sondern nur ein Ende dieses absurden Systems, dass immer weiter wachsen muss. Die ökologische Krise ist das ökonomische Wachstum. Und Armut ist keine zwangsläufige Folge einer ökonomischen Krise, sondern der Normalzustand in einem System, das auf Ausbeutung beruht. Auf der ganzen Welt wehren sich Menschen gegen diese Ungerechtigkeit, schließen sich in Bewegungen von unten zusammen. Eine Welt ohne Kapitalismus, in der alle ein Gutes Leben führen können ist möglich.
Jede Aktion ist eine Kampfansage an die Resignation! RECLAIM POWER!

+++ Reclaim Power Tour +++

Der Erfolg der Tour hängt auch davon ab, dass sich Leute aus unterschiedlichen Perspektiven und Hintergründen einbringen:

  • Beteiligt euch an der Gesamtorganisation der Tour!
  • Organisiert eine Station der Tour oder bereitet sogar eine Aktion vor, an der sich viele beteiligen können!
  • Stellt bereits geplante Aktionen und Veranstaltungen bei euch vor Ort in den Kontext der Reclaim Power Tour!
  • Fahrt einfach mit!
  • Mailt an info@reclaimpowertour.org  und bringt eure Themen ein – wir melden uns dann!

Alle bisherigen Stationen der Tour findet ihr hier ( http://reclaimpowertour.org/route/)  auch auf einer Karte. Gerne zeichnen wir auch Eure lokalen Energiekämpfe und Aktionen mit ein und verlinken diese mit unserer Website.

Für die Hauptroute der Fahrradkarawane sind bisher folgende Stationen und Themen geplant:
- Klimacamp in der Lausitz
- Cottbus (Vattenfall)
- Berlin (Energietisch, A100, Flüchtlingscamp)
- Stendal/ Altmark (CCS, Fracking, RWE)
- Lüchow/ Wendland (Atommüll, Fracking)
- Wietze (Tierausbeutung)
- Gerden
- Osnabrück (Fracking)
- Münster (Atomkraft)
- Dortmund (RWE)
- Essen (RWE)
- Düsseldorf (Rheinmetall)
- Köln (Critical Mass)
- Klimacampreclaim the fields Camp im Rheinland

Für die Südkarawane sind bisher folgende Stationen und Themen im Gespräch:
- Freiburg: Landwirtschaft, Atomkraft (Fessenheim)
- Karlsruhe: EnBW, Kohlekraft
- Stuttgart: S21
- Neckarwestheim: Atomkraft
- Obrigheim: Atomkraft
- Mannheim: Kohlekraft
- Mainz/Wiesbaden
- Koblenz
- Bonn
- Köln: Critical Mass

Wenn ihr Energiekämpfe führt, die nicht an der Strecke liegen, organisiert Zuflüsse, die dann zu den Hauptrouten stoßen. Natürlich freuen wir uns auch über weitere Routen zum Beispiel aus dem Norden oder dem Westen (Polen, Niederlande, Belgien, Frankreich).

+++ Die Frage, wofür Energie produziert wird, soll bei der Tour einen zentralen Stellenwert einnehmen +++

So bieten sich neben den konkreten Energiekämpfen, wie Anti-Atom, Anti-Kohle, Anti-Fracking, Anti-CCS, zahlreiche weitere thematische Anknüpfungspunkte. Zum Beispiel für Gruppen der Solidarischen Landwirtschaft und gegen Landgrabbing. Wir freuen uns über Friedensinitiativen oder antimilitaristische Gruppen, die bei uns mitmachen wollen, denn ein guter Teil der erzeugten Energie geht in die Rüstungsindustrie – besonders im Rheinland. Auch Initiativen, die sich für Flüchtlinge und Asylsuchende einsetzen, finden in der Karawane Platz, weil Millionen von Menschen durch Kriege um fossile Energien und durch die Auswirkungen des Klimawandels ihr Land verlassen müssen.

+++ Netzwerk Energiekämpfe in Bewegung +++

Das Netzwerk Energiekämpfe in Bewegung (EKIB) ist im Januar 2012 aus dem Klima!bewegungsnetzwerk (K!BN) hervorgegangen, mit dem Ziel verschiedene Energiekämpfe stärker zu verknüpfen. Mit der Reclaim Power Tour wollen wir zum einen den Energieriesen realen Widerstand bieten, auch über den Zeitraum der Tour hinaus. Zudem möchten wir für eine konzernfreie, dezentral vernetzte, ökologische und demokratische Energieversorgung werben.

Unser Netzwerk ist offen für alle, die diese Vision mit uns teilen. Ein kritischer Umgang mit Sexismus, Rassismus, Homophobie, Handicapismus und andere Formen der Diskriminierung ist für uns selbstverständlich und wir wünschen uns einen solchen auch von allen anderen, die sich an der Tour beteiligen möchten.

Lest mehr auf http://ekib.org und http://reclaimpowertour.org/

Folgende Gruppen sind bereits an der Organisation der Reclaim Power Tour beteiligt:

3 thoughts on “Der Aufruf

  1. Pingback: Die Reclaim Power Tour startet! « irRWEg

    • Hallo,
      die Infos sind alle auf dieser Webseite zufinden.
      Das Tourprogramm unter “Die Routen” und die restlichen Infos unter “Mitradeln” bei “Mitmachen”,
      ansonsten kannst du auch das Infotelefon der jeweiligen Tour anrufen.

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